
13.05. -24.06.2011
In jedem 3. Schuljahr findet an unserer Schule eine Hausbauepoche statt. Hier erfahren die Kinder, was alles zum Bau eines Gebäudes gehört, vom Fundament am richtigen Bauplatz über die verschiedenen Mauerverbindungen bis hin zu den Zimmermannsarbeiten am Dachstuhl und den Dachdeckerarbeiten. Außerdem lernen die Kinder etwas über die Bauweisen in den verschiedenen Kulturen und Völkern kennen und bauen jeweils ein Modellhaus nach eigener Vorstellung. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und wir staunen in jedem Jahr über die Vielfalt der Wohnmöglichkeiten.
Im Rahmen dieser Epoche wird dann auch oft unter fachmännischer Anleitung aus der Elternschaft ein eigenes kleines Bauprojekt im Außengelände durchgeführt, bei dem so viel als möglich von den verschiedenen im Unterricht besprochenen Arbeiten selbst erfahren und angewandt wird. So wurde zum Beispiel im Schuljahr 2009/10 eine Kräuterspirale im Schulgarten und im Schuljahr 2010/11 im Außenbereich der Cafeteria ein großer Grill mit den Mauersteinen eines abgerissenen uralten Hauses gebaut. In jedem Jahr sind die Kinder mit Freude und Feuereifer dabei.

Neben dem normalen Unterricht der für die Unter- und Mittelstufe stattfand, war für die Oberstufe die Woche mal ganz anders:
Nach den ersten beiden Unterrichtsstunden durften sich die Schüler in ihren frei gewählten Kursen 2 Doppelstunden lang mit etwas ganz anderem als sonst beschäftigen. Die Kurse wurden von Lehrern, Eltern, Schülern und Gästen geleitet. Angeboten wurde Kochen, Schmuckgestaltung, Malen, Photographie, Improvisationstheater, Hiphop, Rap, Schneidern und Städteplanung. Dass man sich als Schüler klassenübergreifend in den Kursen begegnen konnte, war sicherlich auch ein wichtiges und schönes Erlebnis.
In allen Kursen war Freude und Engagement zu erleben, so dass man am Freitag um 13 Uhr in der reichhaltigen Ausstellung die vielen entstandenen Dingen bestaunen konnte. Im Anschluss an die Ausstellung gab es eine erste Bühnenvorführung des Improvisationstheaters, der Hiphoper und Raper.
Die Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern was so positiv, dass sie sich auch fürs nächste Jahr eine solche Projektwoche wünschen.
Fotogalerie Projektwoche

Im Schuljahr 09/10 hat die damalige 7. Klasse sich etwas Besonderes vorgenommen: Die Geschichte von „Peter und der Wolf“ von S. Prokofiev musikalisch und eurythmisch einzustudieren. Diese Arbeit ging über viele Monate und wurde kurz vor den Sommerferien zur Aufführung gebracht. Musik, Sprache und Eurythmie auf diese Weise in eine Gesamtkomposition zu bringen, ist schon eine großartige Leistung. Die Aufführung erntete riesigen Beifall und es entstand die Idee damit auf Tournee zu gehen. Durch die guten persönlichen Beziehungen zu Italien wurde daraus eine Italienfahrt, die zu Beginn des Schuljahres 10/11 stattfand und die den Schülern, Lehrern und begleitenden Eltern sicherlich unvergesslich bleiben wird. Aus den Tagebucheinträgen der Schüler/ Innen der nun 8. Klasse folgen einige Auszüge.
Achtklässler berichten von ihrer Italienfahrt
Dienstag :
Wir sind am Montag, den 4.10.10, sehr spät in der Jugendherberge in Verona angekommen.
Nach wenigen kleineren Wutanfällen, auf Grund des frühen Aufstehens am nächsten morgen, machten wir uns dann auf den Weg zum Frühstücksraum. Nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit dem Bus nach Verona, um dort in kleinen Gruppen kurz die Stadt zu besichtigen. Dann fuhren wir mit unserem Bus nach Brescia. Dort führten wir in einer ehemaligen Kirche „Peter und der Wolf“ auf. Später sind wir dann zu der idyllisch gelegenen Waldorfschule gelaufen, wo wir mit wohlschmeckenden Köstlichkeiten belohnt wurden. Wir erfuhren, dass diese Schule gerade erst gegründet worden ist und erst seit drei Wochen mit 14 Erstklässlern arbeitete. Außerdem wurde uns berichtet, dass die Waldorfschulen in Italien gar keine Zuschüsse erhalten und deshalb alles von den Eltern und Lehrern bezahlt werden muss.
Am späteren Abend sind wir durch die tief schwarze Nacht zurück in unsere Jugendherberge gefahren.
Wiebke
Mittwoch :
Am Mittwochmorgen sind wir sehr früh aufgestanden, da wir um elf Uhr ein „Peter-und-der-Wolf“ Konzert in der Mailänder Waldorfschule haben sollten. Gleich nach dem Aufstehen hat unser Zimmer (bestehend aus Goa, Luca, Elena, Josi, Angie und mir) Josi zum Geburtstag gratuliert und ein Ständchen gesungen. Danach haben wir gefrühstückt, Lunchpakete gepackt und uns Konzertkleidung angezogen.
Als alle fertig waren, sind wir zum Bus gelaufen und dann ca. 2 Stunden bis nach Mailand (Milano) gefahren.
In der Schule angekommen, wurden wir sofort in den Merkzweckraum geführt, in welchem das Konzert stattfinden sollte. Nach einstündiger Generalprobe begann der Saal sich zu füllen mit Schülern aller Klassen.
Die Aufführung wurde von Francesko mit einer Rede sowie einer Übersetzung des Stückes eingeleitet.
Die letzte Aufführung war geschafft, „Peter und der Wolf“ war abgeschlossen. Darauf waren wir noch eingeladen, in der Schulkantine zu Mittag zu essen. Es gab Pasta, italienischen Parmesan und Weintrauben. Wir aßen gemeinsam mit den Schülern. Am Ende unterhielten Goa, Josi und ich uns noch mit dem Eurythmielehrer der Schule, der Franzose war und vier Jahre in Berlin studiert hatte, weshalb er fließend Deutsch sprach. Er stellte uns italienischen Jungs vor, die uns einluden, die Pause mit ihnen zu verbringen. Doch da mussten wir gehen.
Dann fuhren wir zum Gardasee, wo eine große Gruppe zum Badestrand lief, ich mit Freundinnen aber an einem Steg in der Sonne blieb. Danach sind wir mit dem Bus zur Herberge gefahren und haben zu Abend gegessen. Am Abend nach dem Essen hatten wir noch eine Probe für das Konzert in der Kirche von Luignano.
Kim
Donnerstag :
Nach dem wir um ungefähr 8 Uhr aufgestanden waren, frühstückten wir erst einmal. Darauf folgte wieder eine Busfahrt. Dieses Mal ging es nach Cremona. Wir versammelten uns auf einem großen Platz vor dem Backsteindom. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, dass der ganze Bau in den Zahlenverhältnissen der musikalischen Intervalle gebaut wurde; also sichtbare Musik ist.
Wir teilten uns in zwei Gruppen. Meine Gruppe ging zuerst in die Geigenwerkstadt von Gaspaar Bohrchart, der zusammen mit seiner Frau seit über 20 Jahren in Cremona lebt und sehr begehrte Geigen baut. Gapaar berichtete viel über die Geschichte der Geige und über Stradivari und sein Werk, was ja gut passte, da wir uns schließlich in Cremona befanden. Nachher erzählte er auch viel über den Bau einer Geige und wir hatten sogar Gelegenheit, ihm Fragen zu stellen. Nach dem wir den Geschichten gelauscht hatten und uns in der Werkstadt umgesehen hatten, tauschten wir. Die andere Gruppe kam in die Geigenwerkstadt und wir hatten die Gelegenheit uns in der Stadt umzusehen.
Es gab viele Modegeschäfte und Restaurants, wie mir aufgefallen ist.
Als die andere Gruppe aus der Geigenwerkstadt kam, wollten einige auf den Dom. Wenn man ganz nach oben wollte musste man 502 Stufen steigen. Aber diese Anstrengung hat sich für die, die sich die Mühe gemacht haben, die vielen Stufen hinaufzusteigen, gelohnt, denn man bekam einen wunderbaren Ausblick als Belohnung für die Mühen. In der Ferne sah man unendlich viele Felder. Aber wenn man sich drehte, bekam man rund um den Dom, fast wie in einem Kreis, Häuser zu sehen. Eine Stadt rund um den Dom, mit engen Gassen und Dachterrassen. An den Säulen ganz oben, hatten sich Menschen auf verschiedenste Arten verewigt. Als wir die vielen Treppen wieder hinabgestiegen sind, fuhren wir mit dem Bus weiter nach Luignano, zu der dortigen Kirche. Dort sind wir sehr freundlich aufgenommen worden und haben, nachdem wir gegessen hatten, die Musikstücke für unser Wow-day Konzert geprobt. Die Kirche füllte sich zusehends und wir gaben uns Mühe, den Ansprüchen der Menschen Genüge zu tun. Wir wurden zu unserer Erleichterung sehr gelobt und in unseren Geldkörben fanden sich sogar über 600 Euro!
Leonie
Freitag :
Am Freitag durften wir in Maßen ausschlafen, leider konnten die Langschläfer, die länger als bis 9 Uhr schliefen, nur noch unsere eigenen Brot- und Aufschnittreste essen. Um 12 Uhr trafen wir uns im Essensraum und haben den Ablauf des Tages besprochen. Dann liefen wir in die Stadt Verona und besichtigten alle zusammen das Haus von Julia, fotografierten uns mit der Statue (an den Busen fassen soll angeblich Glück bringen). Dann hatten wir das Glück, in die Arena gehen zu dürfen. Sie war riesig und obwohl Steven einschlief und Clara Noetzel sich verlaufen hatte, war die Arena sehr eindrucksvoll. Bis 19 Uhr hatten wir dann Freigang in der Stadt. Wir waren in kleinen Lädchen, Eis und Pizza essen.
Um 19 Uhr trafen wir uns dann wieder an der Arena, die im Dunkeln hell erleuchtet war und doppelt so eindrücklich aussah.
Anschließend gingen wir Essen, das Essen blieb uns allen sehr....... eindrücklich in Erinnerung.
Und zum Abschluss des Tages unternahmen wir noch einen Rundgang über den Berg, von dem aus man ganz Verona hell erleuchtet im Dunkeln sah.
Marlene