Ahoi, Abenteuer! – Die Segel-Abschlussfahrt der Klasse 8

Ein Drei-Master, das Ijsselmeer, 8 Tage Wind, Wellen und jede Menge Gemeinschaft – ein Erlebnisbericht: 

Es gibt Fahrten, die vergisst man nie. Unsere Abschlussfahrt der 8. Klasse war genau so eine – nicht irgendwo in einer Jugendherberge, sondern mitten auf dem Wasser, auf einem majestätischen Plattbodenschiff mit drei Masten. Acht Tage lang waren wir auf dem Ijsselmeer unterwegs – mal bei Sonnenschein, mal bei Gischt im Gesicht, aber immer mit dem Gefühl: Hier passiert gerade etwas ganz Besonderes. Wie viel essen 35 Achtklässler? Mehr, als man denkt. Schon der Start war filmreif: Über Schülerketten hinweg wuchteten wir Berge von Lebensmitteln und Vorräten an Bord – von Frühstücksflocken über Nudelpakete bis zu geheimen Schokoladenvorräten. Selbstverpflegung klingt harmlos, ist aber eine logistische Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass täglich drei Mahlzeiten plus Snacks auf hungrige Seebären warteten. 

Seeluft macht hungrig – und glücklich! Tagsüber hieß es: Segel setzen, Knoten lernen, den Kurs bestimmen. Manche von uns kämpften tapfer gegen die Seekrankheit, aber alle hielten durch. Belohnt wurden wir mit dem Gefühl, ein echtes Team zu sein – beim Werwolfspielen bis tief in die Nacht, beim gemeinsamen Kochen und natürlich bei den epischen Freundschaftsbänder-Flecht-Sessions an Deck. Zwischendurch wurde gebastelt, gedreht, interviewt, gemalt und gelacht: Unsere selbstgemachten Taschen wurden zu maritimen Kunstwerken, aus Stoffbergen entstand ein Klamotten-Mosaik zum Thema „Meer“, wir führten Interviews, drehten Sketche, bastelten an einem Werbefilm für unser Schiff und verwandelten das Deck kurzerhand in ein temporäres Henna-Studio – unzählige Arme, Hände und Füße wurden mit filigranen Mustern verziert. 

Unsere Landgänge führten uns durch idyllische Hafenstädte, mit Kopfsteinpflaster, Pommesbuden (inkl. „Pommes Spezial“ – ein kulinarisches Highlight!) und kleinen Läden, die uns zu echten Souvenirjäger*innen machten. Bei einer Stadtrallye mussten wir uns Pommespiekser organisieren, kreative Challenges meistern und unterwegs unser Improvisationstalent unter Beweis stellen. Das Marinemuseum brachte uns auf ganz neue Gedanken, und Spaziergänge am Strand – barfuß im Sand, begleitet vom Sonnenuntergang – fühlten sich an wie Filmkulissen. Ob vom Schiff ins Wasser springen, am Strand baden oder in der Segelhängematte chillen – Wasser war unser ständiger Begleiter. Genauso wie der Wind, die Möwen (die wir teilweise aus der Luft fütterten!), wackelige Stege, auf denen wir balancierten, und die urigen Kajüten, in denen sich Klamottenberge türmten und Chaos plötzlich ganz normal war. 

Ein alkoholfreier Cocktailabend mit bunten Drinks und Musik auf dem Deck war einer der krönenden Abschlüsse. Plötzlich fühlten wir uns alle ein bisschen wie Crewmitglieder auf großer Fahrt – nur dass unser Heimathafen eben das Klassenzimmer ist. Diese Fahrt war mehr als nur eine Klassenreise. Sie war ein echtes Abenteuer, eine kreative Explosion und eine große Portion Gemeinschaft. Wir kamen als Klasse – und gingen als Mannschaft. Ahoi, Klasse 8! Das war unvergesslich.

Eure Klassenlehrerin
Katharina Wilkmann